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Mit Köpfchen zum Kontoplus: So gelingt der Einstieg in die Geldanlage

Altersvorsorge ohne Risiko? Warum diese Rechnung nicht mehr aufgeht – und welche Einsteiger-Regeln und Anlageformen wirklich dabei helfen, klug Vermögen aufzubauen.

Wer sein Geld im Aktienmarkt investiert, ist ein Kapitalist. Dieses Vorurteil hören viele Kinder und Jugendliche von ihren Eltern. Dabei ist die „German Angst“ vor dem Unbekannten mittlerweile gefährlich. Denn: Die gesetzliche Rente reicht längst nicht mehr zur Altersvorsorge. Deshalb will ich dir Einsteigertipps geben und aufzeigen, welche Anlageformen sinnvoll sind – und welche riskant. Zum Einstieg ein wichtiger Disclaimer: Alle Inhalte stellen keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Verzichte niemals auf eine eigene Recherche und kaufe keine Finanzprodukte ausschließlich aufgrund von Empfehlungen.

Die deutsche Anlagestrategie: Sicherheit vor Rendite

Eines der bekanntesten Vorurteile gegenüber Deutschen ist, dass wir sehr sicherheitsbedürftig sind. Unüberlegte Entscheidungen? Gibt es in Deutschland selten – so die weit verbreitete Annahme. Und wenn wir einen Blick auf das Anlageverhalten der Deutschen werfen, stellen wir fest: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Eine Umfrage des Verbands der privaten Bausparkassen mit dem Meinungsforschungsinstitut Statista ist im Mai 2025 der Frage nachgegangen: Wie legen die Deutschen ihr Geld an? Demnach ist die beliebteste Anlageform das „Sparen auf dem Girokonto“ (41 Prozent) – obwohl dort in der Regel überhaupt keine Verzinsung stattfindet. Auf dem zweiten Platz folgt das Sparbuch mit 35 Prozent. Aktien (26 Prozent) und festverzinste Wertpapiere (12 Prozent) liegen abgeschlagen auf dem drittletzten beziehungsweise letzten Platz.

Die goldenen Regeln der Geldanlage

Soweit der Status quo. Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, wollen wir dir einige Tipps und Verhaltensweisen mit an die Hand geben, die dir dabei helfen, dass du auch in anspruchsvollen Zeiten – zum Beispiel bei sinkenden Aktienkursen – einen kühlen Kopf bewahrst.

1. Investiere nur Geld, das du nicht benötigst

Ob es eine zeitgebundene Festgeldanlage ist oder ein Investment an der Börse: Du solltest nur das Geld investieren, auf das du in den kommenden Monaten und Jahren verzichten kannst. Das heißt: Wenn du weißt, dass eine größere Anschaffung ansteht – zum Beispiel ein Autokauf – solltest du dein Geld nicht in einem Festgeld für zwei Jahre binden – egal wie attraktiv die Zinsen sind.

2. Lege einen Notgroschen an

Der sogenannte Notgroschen ist deine finanzielle Reserve. Dahinter versteckt sich das Geld, das du unter keinen Umständen anrührst, weil es für unvorhergesehene Notfälle gedacht ist. Wenn zum Beispiel ein Elternteil verstirbt und du eine Beerdigung finanzieren musst, kannst du auf deinen Notgroschen zurückgreifen. Wie hoch dein Notgroschen ist, hängt von deinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Je nach Experten, mit dem du sprichst, werden drei bis sechs Netto-Monatsgehälter empfohlen. Wenn du Kinder hast oder einen Kredit abbezahlst, solltest du deine Rücklage entsprechend anpassen.

3. Investiere nur in Finanzprodukte, die du verstehst

Zehn Prozent Rendite in drei Monaten mit fadenscheinigen Immobilien-Investments? Aktien im Cent-Bereich, die garantiert steigen? Die neue Bitcoin-Alternative, die noch besser ist? Wenn du derartige Versprechen hörst, solltest du vorsichtig sein. Damit du dich mit deiner Geldanlage wohl fühlst, ist es essenziell, dass du ein Finanzprodukt vollumfänglich verstehst. Welche Chancen gibt es? Welche Risiken gibt es? Welche Möglichkeiten hast du, um im Notfall an dein Geld zu kommen? Diese Fragen solltest du beantworten können, bevor du ein Investment tätigst.

Deine Investment-Strategie festlegen

Was möchtest du mit deinem Investment erreichen? Möchtest du Geld für das Alter sparen oder möchtest du in kurzer Zeit hohe Renditen erzielen? Die Antwort auf diese Frage hilft dir dabei das passende Finanzprodukt zu finden. Eine Übersicht:

  • Girokonto: Dein Girokonto ist eigentlich keine Anlagestrategie. Du brauchst ein Girokonto, um deine täglichen Ausgaben zu tätigen und dein Leben zu bewerkstelligen. Dein Gehalt fließt dort ein und deine Miete wird dort abgezogen. Eine Verzinsung findet nur im Ausnahmefall statt.
  • Tagesgeld: Ein Tagesgeldkonto bietet dir niedrige Zinsen und hohe Flexibilität. Du kannst tagesaktuell auf dein Geld zugreifen, wenn du es benötigst und erhältst zugleich regelmäßige Gutschriften. Die Höhe der Tagesgeldzinsen kann variieren – je nach der Zinspolitik der europäischen Zentralbank.
  • Festgeld: Bei einer Festgeldanlage legst du eine bestimmte Summe Geld – zum Beispiel 5.000 Euro – für einen festgelegten Zeitraum – zum Beispiel 48 Monate – für einen vorher festgelegten Zinssatz – zum Beispiel 2,5 Prozent – an. Du bekommst von deiner Bank die Zinsen garantiert, hast allerdings im Anlagezeitraum auch keinen Zugriff darauf.
  • Aktien und ETFs: Aktien sind Firmenanteile, die an der Börse gehandelt werden. Du kannst gezielt in Firmen – zum Beispiel Coca-Cola – investieren, von denen du überzeugst bist. Vereinfacht gesagt, hoffst du darauf, dass eine Firma steigende Gewinne erwirtschaftet, und der Aktienkurs und die Ausschüttungen wachsen, sodass sich dein investiertes Geld vermehrt.

Ein World-ETF als Anstieg an der Börse

Wenn du einen ersten Schritt am Börsenparkett wagen möchtest, ist ein ETF eine interessante Option. Ein ETF ist ein Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index – wie zum Beispiel des deutschen Aktienindex DAX – nachbildet, ohne dass du dabei Geld für Fondsmanager ausgibst. Zu den beliebtesten Indizes gehört der sogenannte MSCI World Index. Er setzt sich aus 1.400 börsennotierten Unternehmen aus 23 Industrieländern zusammen. Dazu gehören unter anderem die USA, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich, die Schweiz und auch Deutschland. Indem du als Anleger einen Sparplan auf einen MSCI World-ETF anlegst, deckst du eine große Bandbreite der international wichtigsten Unternehmen ab. Du erhältst quasi ein Komplettpaket aus Aktien, ohne, dass du dich mit einzelnen Unternehmen und deren Bilanzen beschäftigen musst.

Historische Entwicklung und Schwankungen

Seit der Gründung im Jahr 1969 hat der MSCI World Index eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,5 Prozent erzielt. Das liegt deutlich über dem Niveau von Tagesgeldern und Festgeldern. Bevor du allerdings überstürzt ein Depot eröffnest, solltest du dir zwei Dinge bewusst machen.

  • Erstens: Die historische Entwicklung eines Kurses lässt keine Rückschlüsse auf die Zukunft zu, weil niemand die Zukunft vorhersagen kann. Trotzdem zeigen die vergangenen 55 Jahre, dass der MSCI World Index bislang immer wieder neue Höchststände erreicht hat.
  • Zweitens: Es geht nicht immer aufwärts. Die historische durchschnittliche Performance ist geprägt von Crashs (zum Beispiel: Corona-Crash im März 2020), schlechten und sehr guten Jahren. Im Jahr 2022 lag die Jahresperformance bei -12,78 Prozent. Dafür lag die Jahresperformance im Jahr 2019 bei plus 30,02 Prozent.

Ruhe bewahren und Strategie verfolgen

Insbesondere in Krisenzeiten ist es wichtig, dass du ruhig bleibst. Verluste an der Börse sind normal – auch bei einem vermeintlich sicheren Index wie dem MSCI World Index. Wer panisch wird und vorschnell verkauft, macht Verluste und schlechte Erfahrungen. Was gibt in unruhigen Zeiten Sicherheit? Wenn du weißt, welche Investment-Strategie du verfolgst, warum du in welches Produkt investierst und wann du verkaufen möchtest. Als Einstieg in die Aktienwelt ist ein ETF-Sparplan auf den MSCI World eine überlegenswerte Option. Ebenso gut und richtig ist es, wenn du ein Tagesgeldkonto für deinen Notgroschen eröffnest oder dein Geld zu festen Zinsen in einem Festgeld anlegst. Es gibt nicht die eine richtige Investment-Strategie. Nur wenn du dein Geld auf deinem Girokonto versauern lässt, wird dein Geld über lange Zeit von der Inflation aufgefressen. Deshalb: Sei neugierig und befasse dich mit den Möglichkeiten der Geldanlage.

Christian Erxleben arbeitet in der Öffentlichkeitsarbeit des Diakoniewerks Martha-Maria und ist dort als Redakteur unter anderem für die Website und den Pflege-Podcast „gut gepflegt“ verantwortlich. Neben seiner Arbeit bei Martha-Maria ist er für Finanz- und Technologie-Magazine als freier Autor tätig.

Krank werden immer die anderen

Warum Männer zur Vorsorge gehen sollten.

Ich war noch nie richtig krank. Ich fühle mich wohl und kann es auch am Berg richtig krachen lassen. Trotz beruflichem und privatem Stress habe ich keine Probleme. Seit über 20 Jahren Nichtraucher, kein extremer Alkoholkonsument, und beim Essen wird in der Familie auf Ausgewogenheit geachtet. Mein psychisches Gleichgewicht hole ich mir bei gelegentlichen Anglerausflügen. Ich bin eigentlich unkaputtbar. Doch irgendwann habe ich meiner Frau versprochen, sogar regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN
Meine Krankenkasse empfiehlt den über 50-Jährigen eine regelmäßige Krebsvorsorge. Aber ehrlich, krank werden doch immer nur die anderen. Oder? Krank werden doch die, die sich schlecht ernähren, die Raucher und notorischen Fett-Esser. Aber ich? Ich doch nicht!
Aber ich habe es meiner Frau eben versprochen. Im Freundeskreis konnte kaum einer verstehen, dass ich zur Krebsvorsorge gehe. Im Angelverein waren die Scherze darüber etwas derber als in meiner Gemeinde. Aber die Männer in meinem Umfeld waren einhellig der Meinung, dass ein Arzt, wenn er etwas finden will, auch etwas finden wird. Oder, so andere Argumente gegen eine Vorsorge: Beim Doktor kommst du kränker raus als rein. Auch mein Glaube wurde angezweifelt, so sagte ein Bruder im Herrn zu mir: „Wenn Gott will, dass ich an Krebs sterbe, hilft die Vorsorge auch nicht.“
So gehe ich seit meinem 45. Lebensjahr jährlich zum Doktor und lasse mich untersuchen. Fast schon gewohnt höre ich die erlösenden Worte: „Alles in Ordnung, Herr Kuhn“, und dann sehe ich den Arzt wieder ein Jahr nicht mehr. Dabei wird man nachlässig. Die letzten zwei Jahre ließ ich deswegen die Vorsorge – trotz gut gemeinter Erinnerung meines Hausarztes – ausfallen. Warum auch, es war ja noch nie was. Warum sollte gerade jetzt etwas sein?
Vor meinem 60. Geburtstag dachte ich mit schlechtem Gewissen an meinen Arzt und ließ mir einen Termin geben. Neben einem Hautscreening (Untersuchung auf Hautkrebs), dem obligatorischen Blut-, Urin- und Stuhltest (muss man vorher abgeben) und einer Befragung gibt es da die Prostata-Untersuchung. Keine Frage, das ist unangenehm. Aber Krebs an dieser Stelle hat oft auch die Einstellung jeglicher sexueller Aktivität zur Folge – und das muss ja dann wirklich nicht sein. Nach Beendigung der Untersuchungen wartete ich auf die gewohnten Worte: „Alles in Ordnung, Herr Kuhn“ – aber diesmal hörte ich sie nicht. Stattdessen sagte mein Hausarzt: „Da ist eine kleine Unregelmäßigkeit in den Stuhlproben. Das ist wahrscheinlich ganz harmlos – aber Sie sollten danach schauen lassen. Ich überweise Sie zu einem Internisten wegen einer Darmspiegelung.“ Darmspiegelung – allein schon das Wort treibt jedem normalen Mann den Angstschweiß auf die Stirn. Die Vorstellung, dass eine Kamera Livebilder aus dem Innersten des Körpers sendet, verursacht Albträume. Auf meine Frage, ob das wirklich sein müsse, sagte mein Arzt: „Ich kann Sie nicht zwingen, aber wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich einen Termin so schnell wie möglich ausmachen.“ So ließ ich mir einen Termin geben. Auf die Frage, ob es dringend sei, verneinte ich natürlich – die Sprechstundenhilfe am Telefon blieb hartnäckig und fasste nach, aus welchem Grund ich denn den Termin ausmachen würde. Nun, die Vorsorgeuntersuchung hätte da etwas bemerkt, und schon hatte ich innerhalb einer Woche ein Vorgespräch mit dem Internisten.

„IST ALLES IN ORDNUNG?“
Mit zwei Päckchen durfte ich die Praxis verlassen, und mit einem weiteren Termin. Zwei Tage vor der Untersuchung musste ich abführen. Man trinkt eine angerührte Flüssigkeit, die Sie innerhalb weniger Minuten „entleert“. Auf der Packung steht der Warnhinweis, dieses Mittel in unmittelbarer Nähe zu einer Toilette einzunehmen. Ein guter Rat. Die Darmspiegelung selbst ist praktisch harmlos, wenn man dem Internisten bei der Vorbesprechung ehrlich sagt, dass man ein Angsthase ist. Man bekommt dann ein Mittel verabreicht, mit dem man von der eigentlichen Untersuchung eigentlich nichts mitbekommt. Also schmerzfrei und absolut wahrnehmungsfrei. Kurz nach dem Aufwachen fragte ich die freundliche Sprechstundenhilfe: „Ist alles in Ordnung?“ Und die Antwort verwunderte mich: „Das sagt Ihnen der Herr Doktor persönlich.“
Es war ein Tumor. Drei Zentimeter groß versperrte er schon zu zwei Dritteln meinen Dickdarm kurz nach dem Ende des Dünndarms. Ich konnte es nicht fassen. Krebs? Nein, beruhigte mich der Mediziner, er denke, noch nicht, aber ein Tumor, der schnell zum Krebs werden könne. Das Ding muss so schnell wie möglich raus – nein, er würde nicht warten, machen Sie gleich einen Termin mit der Klinik aus – und gab mir die entsprechenden Kontaktdaten der inneren Abteilung unseres Kreiskrankenhauses. Keine Sorge, ein kleiner Schnitt, und Sie sind wieder der Alte. Ja, das Teil wurde entfernt. Kleiner Schnitt? Wie man es nimmt, es waren fünf Schnitte, einer davon 12 Zentimeter. Nach zwei Tagen kam dann der Befund: Alles okay, kein Krebsgewebe gefunden, eine Chemotherapie ist nicht notwendig. Aber es war tatsächlich 5 vor 12; auf der Skala 1-5 (5 heißt bösartig, mit Streugefahr) war ich schon auf 4.

GLÜCK GEHABT – ODER BEWAHRUNG
Was wäre passiert, fragte ich den behandelnden Arzt im Krankenhaus, wenn ich nicht zur Vorsorge gegangen wäre? Tja, meinte er, so wären leider die meisten Patienten. Darmkrebs kann sehr aggressiv sein und oft ist die Lebenserwartung dadurch deutlich eingeschränkt. Er streut schnell, das heißt, er bildet Tochtergeschwüre im ganzen Körper. Sogesehen habe ich Glück gehabt – oder Bewahrung. Deshalb: Männer, geht zur Krebsvorsorge. Darmkrebs ist eine schlimme Krankheit – die einzige Möglichkeit, sie zu überleben, ist eine frühzeitige Erkennung. Es gibt keinen Grund, nicht zur Vorsorge zu gehen. Tut es für eure Frauen, eure Kinder und Enkel – und für euch selbst. Ohne diese Vorsorgeuntersuchung hätte ich jetzt vielleicht einen künstlichen Darmausgang und wäre in zwei bis fünf Jahren tot. Und das muss dann doch wirklich nicht sein.
PS: War vor ein paar Wochen bei der Nachuntersuchung. Wieder mit Innenvideo. Diesmal sagte mir die Assistentin gleich nach dem Aufwachen: „Alles okay, Herr Kuhn!“ Halleluja! Gott sei Dank!

Winfried Kuhn wohnt mit seinen beiden erwachsenen Kindern und seiner Frau Cordula in Albershausen. Er arbeitet als Geschäftsführer im Verlag Katholisches Bibelwerk und ist Vorsitzender der Rumänienhilfe der Brandstifter. www.brandstifter.de